Betrug im Internet – Wie schütze ich mich?

Das Internet bietet so viele tolle Möglichkeiten und Chancen, leider gilt dies auch für Betrüger.

In diesem Artikel werde ich Euch erklären wie die Internet Betrüger vorgehen, woran Ihr Internet Betrug erkennen könnt und weshalb es so schwer ist, die Verantwortlichen zu stoppen.

Wie gehen Internet Betrüger vor? Was sind die Betrüger Tricks?

(c) https://www.flickr.com/photos/77519207@N02/

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Betrüger nutzen für ihr Anzeigen Bilder aus dem Internet. Sie verwenden dafür Google-Ergebnisse oder kopieren die Fotos von seriösen Homepages. Mit Hilfe eines Roboters lassen sich sehr leicht hunderte Anzeigen erstellen, innerhalb von wenigen Minuten. Die Anzeigen-Texte sind meist mit dem Google Translator aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Aus diesem Grund klingen sie merkwürdig und nach schlechtem Deutsch. Teilweise sind diese Texte auch aus vorhandenen Anzeigen oder Homepages kopiert.

Handelt es sich bei dem Inserat um eine Kontakanzeige, bekommt der Interessent eine Antwort-E-Mail mit dem Hinweis, sich auf einer anderen Webseite anzumelden, um mit der Frau (teilweise auch mit dem Mann) Kontakt aufzunehmen. Diese Webseiten sind dann in irgendeiner Form kostenpflichtig, die Frau (der Mann) existiert nicht. Hinter diesen Chatportalen sitzen oft Frauen, die dafür bezahlt werden mit den Männern zu chatten, die Hoffnungen aufrecht zu erhalten und ihnen möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Eine andere Masche ist es, in der Antwort eine 0900-Telefonnummer anzugeben unter der die Frau erreichbar wäre. Grund für diese 0900er Nummer ist zum Beispiel der Schutz der Privatsphäre. In der Nachricht steht dann ein Text wie dieser:

„Dass ich Dir meine priv. Tel. Nr. nicht geben kann verstehst Du hoffentlich. Lass uns das erste Telefonat einfach anonym führen. Ich hab mich dazu auf einer Plattform angemeldet wo das möglich ist. Die Nr. lautet: 0900 / *******. Ich hab da eine Kontakt Nr. bekommen wo ich angegeben habe, wann man mich anrufen kann. Die Kontakt Nr. lautet: 49518. Ich bin eigentlich den ganzen Tag zu erreichen.“

Bei Tier-Inseraten bekommt der Interessent eine E-Mail in meist schlechtem Deutsch mit der Aufforderung persönliche Daten und persönliche Informationen preiszugeben. Diese Nachrichten haben so gut wie alle den gleichen Aufbau. Zunächst wird sich für das Interesse an dem Tier bedankt. Darauf folgt eine Beschreibung des Tiers, wo und wie es geboren und aufgewachsen ist und die angeblichen Namen der Tiere werden genannt. Teilweise wird noch ein Grund angegeben, weshalb die Tiere weggegeben werden. Als nächstes wird Interesse an dem „neuen Heim“ bekundet, indem Fragen zu der Person und den Lebensumständen gestellt werden. Ein solcher Fragenkatalog könnte so aussehen:

1) Sind Sie ein Züchter?
2) Sind Sie verheiratet?
3) Haben Sie Kinder?
4) Haben Sie schon einmal ein Perser-Kätzchen gesehen?
5) Was ist Ihr Beruf?
6) Bitte senden Sie mir Bilder von dem Kätzchen, wenn Sie es haben?
7) Haben Sie einen Tierarzt, der die Kätzchen behandeln wird?
8) Wie behandeln Sie Ihre Kinder?
9) Können Sie mir eine kurze Beschreibung zu Ihrer Umgebung geben?
10) Haben Sie genügend Zeit mit ihnen zu spielen?
11) Wo befinden Sie sich?

Hat man dann voller Vorfreude auf das liebe Tier diese Fragen beantwortet, senden die Betrüger eine erneute Nachricht mit dem Hinweise, dass sich das Tier aus irgendeinem Grund im Ausland befindet. Dies soll keinen Grund zur Sorge sein, man müsse nur den Versand zahlen. Das Tier wird dann an die Haustür geliefert. Dies ist der Punkt, an dem die Betrüger ihr Geld „verdienen“. Der Betrag von ca. 100 – 200 Euro soll über einen Anbieter wie Western Union, TNT oder MoneyGram im Voraus überwiesen werden. Das Tier kommt nie am Bestimmungsort an. Es existiert gar nicht erst oder befindet sich zumindest nicht im Besitz des Inserenten.

Woran kann ich online Betrug erkennen?

Da die Betrugsmaschen alle (natürlich gibt es einige wenige Ausnahmen) gleich sind, lassen sich Betrüger gut identifizieren.

Erste Hinweise sind das mehrfache Auftauchen ein und der selben Anzeige. Oft unterscheidet sich nur die Ortsangabe. Tierinserate locken mit süßen, professionel gemachten Welpen-Fotos. Partnersuchende werden mit spärlich bekleideten oder romatisch, verspielten Selfies von attraktiven jungen Frauen (in Einzelfällen auch von reiferen Damen) in die Falle gelockt. ACHTUNG: nicht alle Tieranzeigen mit schönen Fotos oder Kontaktanzeigen mit dieser Art Fotos sind Betrug. Bekommt ihr nach der Kontaktanfrage eine der oben erläuterten E-Mails ist der Fall allerdings klar. Solltet ihr Euch dennoch nicht sicher sein, fragt bei Eurem Support nach. Das Team hat Erfahrung und kann Euch schnell einen Rat geben.

Wieso können Betrüger im Internet so schlecht gestoppt werden?

Wie Euch oben schon erklärt wurde, nutzen Betrüger Roboter, um die Anzeigen zu schalten. Dadurch werden hunderte von Anzeigen geschalten, die nicht alle sofort beseitigt werden können. Für die Registrierung wird eine Vielzahl an E-Mail-Adressen generiert. Häufig unterscheiden sich diese nur in drei Buchstaben oder Zahlen. Z.B. tatiannaperry-nov@yahoo.com, tatiannaperry-dez@yahoo.com oder tatiannaperry-123@gmail.com, tatiannaperry-456@gmail.com. Wird ein Account gesperrt oder gelöscht, registrieren sie sich erneut mit einer anderen Variation. Persönliche Daten wie Name und Adresse sind frei erfunden oder werden gar nicht erst angegeben.

Nach Name und/oder E-mail-Adresse zu ermitteln ist also zwecklos. Erfolgreicher wäre eine Verfolgung der IP-Adresse. Viele Portale speichern diese aufgrund des Datenschutzes jedoch nicht. Ihr seht schon: Betrüger nutzen userfreundliche Portale sehr gerne für ihre Machenschaften aus ohne eine Bestrafung fürchten zu müssen.

Was kann ich tun, wenn ich Opfer eines Internetbetrugs geworden bin oder Betrüger entdeckt habe?

Hilfe bei Betrug findet man bei der Polizei und dem Support Team der Webseite. Sammelt alle Informationen, die Ihr von dem Betrüger bekommen habt wie:

– Kopie des Inserats
– Inserat-ID
– E-Mail-Adresse
– Telefonnummern
– Namen

Leitet diese Informationen an die Polizei und das Support Team weiter. Die jeweiligen Inserate und Nutzer können, dann gesperrt werden.
Falls ihr bereits Geld überwiesen habt, möchte ich Euch aber keine Hoffnungen machen dieses Geld jemals wieder zu bekommen. Bedenkt also lieber von vornherein, ob die Anbieter seriös sind und nutzt nie Western Union, TNT oder Money Gram für Vorauszahlungen. Zahlt lieber Bar vor Ort oder mit sicheren Services wie Paypal.

 

Für weitere Informationen und Tipps rund um die Sicherheit, könnt ihr Euch auch direkt auf Local24 unter den Sicherheitstipps informieren.

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Bild via CC-Lizenz von:

elhombredenegro  https://www.flickr.com/photos/77519207@N02/

 

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