3. Auf der Jagd im Internet

Herzlich Willkommen in unserer neuen Reihe „Die besten Tipps für Schnäppchenjäger“. Hier werden wir euch in 7 Beiträge zu folgenden Themen informieren (klicken um sofort zu einem anderen Eintrag zu kommen):

1. Einführung

2. Gründe für die Schnäppchenjagd

3. Auf der Jagd im Internet

4. Schnäppchenjagd vor Ort

5. Gute Schnäppchen erkennen

6. Aus eigenem Trödel Kapital schlagen

7. Deutschlands beste Trödel- und Flohmärkte

 

Das Internet hat im Bezug auf das Shopping in den vergangenen Jahren eine kleine Revolution ausgelöst. Immer mehr Menschen nutzen das World Wide Web auch, um nach Schnäppchen Ausschau zu halten. Das Besondere ist dabei, dass Sie sich mithilfe des Internets nicht nur die heimische Shopping-Welt erschließen, sondern dass für Sie das Einkaufen auf der ganzen Welt möglich wird. Online-Shops von kleinen und großen Unternehmen sind dabei das eine. Es gibt aber auch im Internet Möglichkeiten, nach gebrauchten Waren und somit oft nach ganz besonderen Preisvorteilen Ausschau zu halten. Etabliert haben sich dabei zum Beispiel auch Auktionshäuser, von denen sicherlich eBay das bekannteste ist. Aber auch bei Anbietern wie Amazon oder local24.de können Verbraucher und Verkäufer gebrauchte Waren kaufen und anbieten. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Grundkonzepte, die den bekannten Plattformen eBay und Amazon zugrunde liegen, vor. Ergänzend werden wir zudem darauf eingehen, wie Sie auch soziale Netzwerke für die Schnäppchenjagd sowie Tauschbörsen und Kleinanzeigen nutzen können.

Kaufen und Verkaufen bei eBay

Die Grundzüge des Konzepts von eBay sind schnell erläutert. eBay stellt sowohl Käufern als auch Verkäufern eine Plattform zur Verfügung, über die sich der Kauf und Verkauf verschiedenster Waren abwickeln lässt. Hier finden Sie also auch viele gebrauchte Dinge und Sie erschließen sich ein Angebot von Waren aus ganz Deutschland und mitunter auch aus dem Ausland. Verkäufer können sowohl privat handeln als auch gewerblich. Käufer müssen keine Gebühren an eBay zahlen – solche Gebühren gibt es nur für die Verkäufer. Der Verkäufer kann unter anderem entscheiden, ob er einen Artikel zum Sofortkauf anbieten, eine Auktion starten, Sofortkaufoption und Auktion miteinander verbinden oder eine Mindestpreisoption nutzen möchte.

Die Auktionen sind bei eBay sehr beliebt – oft bieten Verkäufer Artikel schon mit einem Startpreis von einem Euro an. Hier ergibt sich somit zumindest theoretisch die Option, ein besonderes Schnäppchen zu machen. Diese Chancen sinken allerdings, wenn es sich um sehr beliebte Artikel handelt, auf die viele Personen bieten: Hier kommt es schnell zu einer Bieterschlacht, die den Preis ordentlich nach oben treiben kann. eBay kann sich vor diesem Hintergrund unter anderem besonders gut für Käufer, die eher das Außergewöhnlich suchen und gleichzeitig ein Schnäppchen machen möchten, eignen. Praktisch ist in diesem Kontext auch die Option, eine Umkreissuche zu nutzen. Dieses kann sich vor allem bei Artikeln lohnen, die zur Selbstabholung bestimmt sind: Es ist davon auszugehen, dass insbesondere in abgelegeneren Regionen sich weniger Bieter finden lassen, die zu einer Selbstabholung bereit sind. Dieses reduziert Ihre potenzielle Konkurrenz im Bieterwettstreit. Grundsätzlich gibt es aber auch beim Kauf über eBay nicht nur Vorteile: Beachten Sie unter anderem, dass Artikelbeschreibungen, Fotos und Auskünfte des Verkäufers nicht immer die volle Wahrheit widerspiegeln müssen, dass Sie in vielen Fällen Versandkosten zahlen müssen, dass private Verkäufer das Widerrufsrecht ausschließen können, Vorkasse gängig ist und es selbstverständlich auch auf eBay trotz aller Sicherheitsvorkehrungen (Bewertungen etc.) schwarze Schafe geben kann. Das Bieten auf eBay kann mitunter zudem nervenaufreibend sein und veranlasst manch einen dazu, höhere Gebote abzugeben als zunächst abgesehen.

Selbstverständlich können Sie auch selbst bei eBay Waren verkaufen, die Sie nicht mehr benötigen. Beachten Sie dabei aber unter anderem, dass das Verkaufen auf eBay in der Regel Gebühren verursacht und dass bei einer starken und intensiven Nutzung eine Einstufung als gewerblicher Verkäufer möglich ist. Letzteres möchten Privatverkäufer in aller Regel verhindern, da sie als gewerbliche Verkäufer sehr viel umfassendere gesetzliche Pflichten besitzen und besondere Regeln berücksichtigen müssen. eBay selbst hat auf seinen Hilfeseiten einige Hinweise dazu veröffentlicht, ab wann man als gewerblicher Verkäufer gelten könnte. Hinzu kommt, dass Sie, um bei eBay verkaufen zu können, einen gewissen Aufwand in Kauf nehmen müssen: Sie müssen die Artikel einstellen, dabei möglichst gut beschreiben und am besten mit Fotos versehen. Zudem müssen Sie ggf. den Versand organisieren, auf Fragen der Käufer antworten und Zahlungseingänge prüfen. Zumindest pro Artikel kann sich hier also ein höherer Aufwand ergeben als beim Verkauf auf einem klassischen Flohmarkt. Ausgeglichen wird dieses aber zumindest bei beliebten Artikeln, deren Angebot begrenzt ist, häufig dadurch, dass sich hier die besseren Preise erzielen lassen: Auf eBay erreichen Sie schlichtweg mehr Interessenten als auf einem kleinen Trödelmarkt. Übrigens: eBay bietet auch kostenlose Kleinanzeigen an.

Kaufen und Verkaufen bei Amazon

Amazon ist ein sehr bekanntes Online-Versandhaus. Online-Shopper, die Amazon.de besuchen, stoßen auf eine Vielzahl an Kategorien, in denen unterschiedlichste Waren angeboten werden – angefangen bei Büchern, CDs, DVDs über Haushaltswaren bis hin zu Bekleidung, um nur einige Beispiele zu nennen. Amazon hat in Deutschland zwar einen sehr hohen Bekanntheitsgrad erlangt, manch einer weiß allerdings noch nicht, dass Verbraucher hier nicht nur Geschäfte mit dem Versandhaus selbst machen können, sondern auch mit Privatleuten und anderen Unternehmen. Auch gebrauchte Waren können Sie so über Amazon erwerben und somit eventuell das eine oder andere Schnäppchen machen. Verkäufer, die sich für die Plattform Amazon entscheiden, profitieren davon, dass das Unternehmen sehr bekannt und für viele Online-Shopper eine der ersten Anlaufstellen ist. Auch Ihre Angebote können so mitunter gut vermarktet werden.

Das Verkaufen bei Amazon ist dabei nicht sonderlich schwer: Vereinfacht zusammengefasst eröffnen Sie ein Verkaufskonto, lassen Ihre Produktdaten erfassen, warten, bis ein Kunde Ihre Produkte kauft, versenden die verkauften Artikel und erhalten von Amazon eine Zahlung. Sie können dabei auswählen, ob Sie ein Konto eröffnen möchten,
das für den Verkauf einzelner Artikel bestimmt ist, oder eines, das für größere Verkaufsvolumina geeignet ist. Nicht vergessen dürfen Sie dabei allerdings, dass Sie auch das Verkaufen auf Amazon Geld kostet. Über diese Gebühren sowie über alle weiteren Einzelheiten, die Verkäufer beachten sollten, informiert Amazon unter anderem in einem
FAQ und auf speziellen weiteren Infoseiten für Verkäufer.

Die Vor- und Nachteile beim Verkaufen über Amazon sind im Groben mit denjenigen zu vergleichen, die auch bei eBay festgestellt werden können. Während bei eBay Versteigerungen eine zentrale, wenn auch nicht die einzige Rolle spielen, bestimmen die Verkäufer bei Amazon einen Festpreis, zu dem sie ihre Ware verkaufen möchten. Dies kann sich zum Beispiel lohnen, wenn ein weniger bekanntes Fachbuch zu einem fairen Preis verkauft werden soll. Allerdings muss der Verkäufer sich auch hier mitunter geduldig zeigen, bis sich ein Käufer findet. Es verlangt zudem ein wenig Gespür herauszufinden, welche Artikel man besser bei Amazon oder aber bei eBay verkauft. Beobachten Sie zu diesem Zwecke einfach einmal die Angebote auf beiden Portalen. Möchten Sie darüber hinaus mehr über einen Vergleich der beiden Anbieter wissen, empfehlen wir Ihnen den 2011 auf welt.de erschienenen Artikel „So schlagen sich Amazon und eBay im Test-Duell“.

Soziale Netzwerke für die Schnäppchenjagd nutzen

Soziale Netzwerke sind nicht nur unterhaltsam,sie können auch praktisch sein – dies gilt auch in Hinblick auf die Schnäppchenjagd. Überprüfen Sie doch einfach einmal, wenn die Mitgliedsregelungen nicht dagegen sprechen, ob es in Ihren Netzwerken bereits Gruppen gibt, in denen Mitglieder nicht mehr benötigte Waren zum Verkauf oder Tausch anbieten. Ist dieses nicht der Fall, können Sie im Kontakt zu Ihren Freunden und Bekannten oft auch indirekt auf ein Schnäppchen aufmerksam werden. Jemand teilt mit, sich ein neues Fahrrad gekauft zu haben? Benötigen Sie gerade selbst eines, können Sie unverbindlich nachfragen, was mit dem alten Rad geschehen soll. Geschäfte unter Freunden sind dabei in der Regel zu besonders guten Konditionen möglich: Mitunter erweist sich schon eine Kiste Bier als beliebtes Zahlungs- bzw. Tauschmittel.

Kleinanzeigen im Netz

Kleinanzeigen gibt es nicht nur in Tageszeitungen. Das Netz ist geradezu prädestiniert dazu, solche Anzeigen wiederzugeben: Hier ist es ein Leichtes, auf Aktualität zu achten, sich Angebote aus der eigenen Region zu erschließen oder selbst Käufer für seinen Trödel zu finden. Oft arbeiten Portale, so zum Beispiel local24.de, in denen Verkäufer im Internet Kleinanzeigen veröffentlichen, mit unterschiedlichen Produktkategorien. Leser können oft mit einem Klick die gewünschte Kategorie auswählen und hier nach Herzenslust stöbern. Dabei ist es praktisch, wenn auch eine Umkreissuche möglich ist: Viele Artikel, die über Kleinanzeigen angeboten werden, eignen sich nämlich nur bedingt für einen Versand und der Käufer soll sie mitunter selbst abholen.

Möchten Sie selbst Kleinanzeigen im Netz aufgeben, achten Sie darauf, dass dieses möglichst keine oder aber nur sehr geringe Kosten verursacht. Wählen Sie das Portal, das Sie nutzen möchten, zudem nach seiner Reichweite und seiner Frequentierung aus, um möglichst viele Interessenten erreichen zu können. Käufer selbst sprechen Sie am besten an, indem Sie auch ein Foto der angebotenen Ware in Ihre Kleinanzeige aufnehmen und eine ausführliche Produktbeschreibung erstellen, sodass die potenziellen Käufer sich ein gutes Bild von Ihrem Angebot machen können.

Tauschbörsen

Tauschen ist ein uraltes Prinzip. In längst vergangenen Zeiten kam dem Naturaltausch eine wichtige Bedeutung zu, mittlerweile ist das allgegenwärtige Tauschmittel selbstverständlich Geld. Inzwischen gibt es aber auch wieder Bemühungen, sich vom Geld zu emanzipieren und auf einer anderen Ebene Geschäfte mit Mitmenschen zu machen, die beide Seiten zufriedenstellen. Tauschringe oder Tauschbörsen sind die logische Konsequenz aus diesen Bemühungen: Sie sind mittlerweile auch im Internet vorzufinden.

Unterscheiden lassen sind dabei mindestens zwei Konzepte: zum einen der 1:1-Tausch und zum anderen der Tausch unter Zuhilfenahme interner Tauschwährungen. Bei einem 1:1-Tausch bieten Sie beispielsweise eine Ware an, die Sie nicht mehr benötigen, und warten solange, bis sich ein anderer Tauschwilliger meldet, der Ihnen im Gegenzug für Ihre Ware eine anbieten kann, die Sie benötigen. Dieses Tauschverfahren ist in der Praxis allerdings etwas unpraktisch: Mitunter kann es lange dauern, bis zwei Tauschwillige zusammenkommen. Aus diesem Grunde arbeiten viele Tauschbörsen im Netz mit internen  Tauschwährungen. Dieser Währung ist in der Regel kein konkreter Eurowert zugeteilt, sie soll es lediglich erleichtern, dass sich zwei Tauschwillige schneller einigen können. Derjenige, der die Tauschwährung erhält, kann diese wiederum einsetzen, um mit anderen Mitgliedern einen Tausch abzuwickeln.

Die Nutzung von Internettauschbörsen kann Spaß machen und auch zu dem einen oder anderen Schnäppchen führen. Es ist aber damit zu rechnen, dass das Angebot mitunter etwas beschränkt ist. Zudem erkundigen Sie sich besser im Vorfeld darüber, welches konkrete Konzept die von Ihnen ausgewählte Tauschbörse vorsieht, und ermitteln, ob bei einer Nutzung Kosten für Sie entstehen. Natürlich dürfen Sie zudem nur an legalen Tauschbörsen teilnehmen und selbstverständlich nicht an solchen, in denen Mitglieder beispielsweise urheberrechtlich geschützte Lieder tauschen. Prüfen Sie auch darüber hinaus, was rechtens ist. Tauschringe gibt es im Übrigen auch in der realen Welt – mehr hierzu erfahren Sie in Kapitel 4.

 

Viel Spaß beim weiterlesen:

1. Einführung

2. Gründe für die Schnäppchenjagd

3. Auf der Jagd im Internet

4. Schnäppchenjagd vor Ort

5. Gute Schnäppchen erkennen

6. Aus eigenem Trödel Kapital schlagen

7. Deutschlands beste Trödel- und Flohmärkte

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