2. Gründe für die Schnäppchenjagd

Herzlich Willkommen in unserer neuen Reihe „Die besten Tipps für Schnäppchenjäger“. Hier werden wir euch in 7 Beiträge zu folgenden Themen informieren (klicken um sofort zu einem anderen Eintrag zu kommen):

1. Einführung

2. Gründe für die Schnäppchenjagd

3. Auf der Jagd im Internet

4. Schnäppchenjagd vor Ort

5. Gute Schnäppchen erkennen

6. Aus eigenem Trödel Kapital schlagen

7. Deutschlands beste Trödel- und Flohmärkte

 

Sparen bei der Schnäppchenjagd

Bei der Entscheidung, auch den Kauf gebrauchter Gegenstände in Erwägung zu ziehen, ist der Gedanke, den einen oder anderen Euro sparen zu können, selbstverständlich eine wichtige Motivation. Und tatsächlich: Interessieren Sie sich auch für Trödel, Secondhand-Waren und Co., ergibt sich ein enormes Sparpotenzial – und das bei nahezu allen Dingen, die Sie im alltäglichen Leben benötigen. Beispiele gefällig? Kostet ein normales Taschenbuch in der Buchhandlung schon einmal zwischen 7 und 15 Euro, zahlen Sie mit ein wenig Glück auf einem Flohmarkt nur ca. 50 Cent bis 3 Euro dafür. Einen schönen warmen Winterpullover, der im Handel eventuell 30 bis 50 Euro kostet, können Sie für einen Bruchteil dieses Preises in einem Secondhand-Shop kaufen und auch auf einem Flohmarkt wird der Preis sicherlich nicht ca. 10 Euro übersteigen. Ganz zu schweigen davon, dass es auch Wege gibt, auf denen Sie Waren komplett kostenlos erhalten können: etwa, wenn Sie sich an einem Tauschring beteiligen oder Kleinanzeigen studieren, in denen zum Beispiel Möbel kostenlos angeboten und nur abgeholt werden müssen. Wer auf Schnäppchenjagd geht, kann also in vielen Lebensbereichen sehr viel Geld sparen.

Nicht verschweigen möchten wir an dieser Stelle aber, dass die Schnäppchenjagd auch andere Kosten entstehen lassen kann, die nicht finanzieller Natur sind: Sie müssen hier vor allem Zeit investieren, um die gewünschten Waren zu finden. Hinzu kommt, dass Sie am erfolgreichsten bei der Schnäppchenjagd sind, wenn Sie Flexibilität und Engagement unter Beweis stellen. Soll heißen: Suchen Sie zum Beispiel einen schönen alten Ohrensessel, haben Sie sicherlich eher Erfolg, wenn Sie sich nicht von Beginn an auf eine bestimmte Farbe festlegen, sondern Offenheit zeigen und sich schlussendlich einfach für den Sessel entscheiden, der Ihnen am besten gefällt. Ihr eigentliches Ziel können Sie dann zum Beispiel noch dadurch erreichen, indem Sie den Sessel neu beziehen lassen.

Auch müssen wir betonen, dass der Wunsch, durch die Schnäppchenjagd Geld zu sparen, zwar verständlich ist, erlangte Ersparnisse aber nicht immer nachhaltig sein müssen. An dieser Stelle ist vor allem zu beachten, dass bei einigen Gebrauchsgütern auch höhere Investitionen oder gar die Entscheidung für Neuware sinnvoll sein kann. So ist zwar ein zehn Jahre alter Kühlschrank sicherlich sehr günstig zu haben, fraglich ist aber, ob der geringe Anschaffungspreis kompensieren kann, dass ein solcher Kühlschrank aller Wahrscheinlichkeit nach höhere Energiekosten verursacht als ein neuer. Möchten Sie durch die Schnäppchenjagd wirklich nachhaltig Geld sparen, müssen Sie also gewitzt vorgehen und lernen zu erkennen, an welchen Stellen Einsparungen wirklich sinnvoll sind und an welchen nicht. Wie Sie gute Schnäppchen erkennen und somit wirklich Geld sparen können, erfahren Sie in Kapitel 5 dieser Broschüre.

 

Ethischer Konsum

Dass die Verwendung gebrauchter Gegenstände auch auf einer ganz anderen Motivation fußen kann, als alleine auf dem Wunsch zu sparen, zeigt sich, wenn man den Begriff des ethischen Konsums mit ins Spiel bringt. Jeder unserer Kaufentscheidungen wohnt demnach eine Verantwortung inne. Inwieweit dieses mindestens gilt, erfahren Sie im Folgenden. Globale Auswirkungen des eigenen Konsums Unsere Kaufentscheidungen, aber auch unser Umgang mit Waren haben Auswirkungen auf die Welt, in der wir leben. Verbraucher haben dabei die nicht unwesentliche Macht zu entscheiden, welchen Umgang mit der Umwelt, welche Wirtschaft und welche Sozialstandards sie unterstützen. Besonders deutlich wird dieser Gedanke an der Fair-Trade- und Bio-Bewegung. Hier wird versucht, alternative Produkte anzubieten, die mitunter zwar auf den ersten Blick teurer sind, uns im Idealfall aber auch vor den Folgekosten von Umweltzerstörung und unsozialer Marktwirtschaft schützen. Auf Schnäppchenjagd zu sein, scheint mit diesem Gedanken zunächst nur schwer vereinbar, da wir bei der Schnäppchenjagd oft den Aspekt „billig“ überbewerten. Aus diesem Grunde erscheint es sinnvoll, etwas nicht dann als ein Schnäppchen zu betrachten, wenn die entsprechende Ware besonders wenig kostet, sondern einen anderen Begriff von „Schnäppchen“ zu entwickeln, der auch berücksichtigt, dass ein ethischer Mehrwert in Sachen Konsum für uns und unsere Welt vorteilhaft sein kann. Jeder Verbraucher ist an dieser Stelle selbst gefordert, einen Weg zu finden, der zwischen seinen ethischen Ansprüchen und seinem Wunsch, nicht unnötig viel Geld auszugeben, vermittelt. Im Folgenden setzen wir uns damit auseinander, welche positiven Folgen es haben kann, sich ab und an auch für gebrauchte Waren zu entscheiden, und spüren der Frage nach, ob und wie ethischer Konsum und das Ziel Sparen vereinbar sind.

Nutzung gebrauchter Gegenstände – Distanzierung von der „Wegwerf-Gesellschaft“

In den Medien ist zurzeit immer wieder die Vernichtung von Lebensmitteln im Gespräch. Zu Wort kommen dabei des Öfteren auch Personen, die diesen Missstand nicht nur entschieden anprangern, sondern für sich auch einen Weg gefunden haben, aus der Wegwerfspirale auszubrechen. Die Rede ist hier von Personen, die dem sogenannten „Containern“ nachgehen. Wer „containert“, sucht in den großen Abfallcontainern von Supermärkten nach Lebensmitteln, die noch genießbar sind, aus diversen – und oftmals schwer nachvollziehbaren – Gründen allerdings weggeworfen werden, mitunter

nur, um Platz für neue Waren zu schaffen. Dieser Umgang mit Lebensmitteln verdeutlicht sehr gut, wie in einem reichen Staat wie Deutschland der Markt regiert und unser gedankenloser Umgang mit Gegenständen des Alltags zur Verschwendung führt.

Verständlicherweise ist es nicht jedermanns Sache, in Abfallcontainern nach noch genießbaren Lebensmitteln zu suchen. Die Diskussion, die das „Containern“ allerdings entfacht hat, ist selbstverständlich auch auf andere Waren übertragbar. So kann auch die lange Nutzung von Gegenständen oder die Nutzung von Gegenständen, die andere Personen nicht mehr benötigen, ein Statement gegen die Wegwerfgesellschaft und gegen eine Gesellschaft, die Konsum als Statussymbol überbewertet, sein. Auch hier ergibt sich die Chance, beim eigenen Konsum auf Umweltverträglichkeit und Sozialverträglichkeit zu achten.

Umweltverträglichkeit

Nutzen Sie gebrauchte Waren, können Sie mitunter zum Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen beitragen. Dies lässt sich an einem ganz einfachen Beispiel verdeutlichen. Stellen Sie sich vor, dass Sie bei einer Haushaltsauflösung in Ihrer Nachbarschaft, die im Zuge eines Todesfalles durchgeführt wird, einen massiven Holztisch erwerben. Dieser Kauf schont die Umwelt, da Sie keine wertvollen Ressourcen verbrauchen: Der alte Tisch landet nicht auf dem Abfall und muss
nicht energieintensiv vernichtet werden, und da Sie keinen fabrikneuen Tisch benötigen, muss keine energieintensive Produktion anlaufen und kein langer Transport vom Herstellungsort bis zum Möbelhaus erfolgen, der die CO2-Bilanz weiter verschlechtern würde. Ganz zu schweigen natürlich davon, dass für Ihren neuen Tisch kein weiterer Baum gefällt werden muss. Wer auch aus ethischen Erwägungen den Kauf gebrauchter Gegenstände in Betracht zieht, sollte allerdings immer an alle Details denken. Sie müssen gebrauchte Gegenstände nicht selten aufbereiten, damit sie auch wieder optisch Ihren Vorstellungen entsprechen oder wieder alle Funktionen aufweisen. Bei
einer solchen Aufbereitung sollten Sie ebenfalls an die Belange der Umwelt denken. Umweltschonend ist der Kauf gebrauchter Waren zudem vor allem nur dann wirklich, wenn er regional erfolgt. Ein Versand oder Eigentransport über eine lange Strecke kann durchaus als kritisch betrachtet werden: Auch er belastet die Umwelt.

Sozialverträglichkeit

Haben Sie als Verbraucher die Gelegenheit, zwischen gebrauchten und neuen Waren zu wählen, kann sich unter gewissen Umständen auch ein positiver Effekt in Hinblick auf die Sozialverträglichkeit Ihres Konsums entfalten. Nutzen Sie gebrauchte Waren, müssen Sie, um zu sparen, nicht zwangsläufig auf Billigprodukte von Herstellern zurückgreifen, die für schlechte Arbeitsbedingungen bekannt sind, um ebenfalls Ihr Sparziel zu realisieren. Sie entziehen den Produktionsweisen, die soziale Standards nicht erfüllen, so die Unterstützung. Im Idealfall führt dieses dazu, dass sich Produktionsstandards verändern. Fraglich ist es allerdings, ob global eine komplette Beschränkung auf die Nutzung gebrauchter Waren wirtschaftlich und sozial wünschenswert sein kann. Konsumieren Sie gar keine Neuwaren mehr, können Sie auch keine innovativen, sozialverträglichen und umweltfreundlichen Produktionen unterstützen. Ganz zu schweigen davon, dass, wenn alle Menschen so handeln würden, Arbeitsplätze in Gefahr wären. In der Realität ist ein kompletter Verzicht auf Neuwaren aber sicherlich nur sehr schwer zu realisieren, sodass sich die teilweise Nutzung gebrauchter Gegenstände und die Unterstützung von Produktionsstandards, die Ihre Kriterien erfüllen, durch den Kauf von Neuwaren kombinieren lassen sollte.

 Sind ethischer Konsum und das Sparen vereinbar?

Produkte, die ethischen Kriterien Genüge leisten, müssen nicht immer zwangsläufig teurer sein. Ab und an ist dieses aber durchaus der Fall. Dieses erkennt man oft schon an dem bekannten Fair- Trade-Kaffee: Ein höherer Preis kann hier aber dazu genutzt werden, den Produzenten in ihren Heimatländern eine faire Bezahlung und annehmbare Arbeitsbedingungen zu bieten. Höhere Ausgaben können sich also lohnen, wenn sie Menschen und/oder der Umwelt zugutekommen. Es ist dabei auch anzunehmen, dass eine faire Bezahlung auf Dauer dazu führen kann, dass die Kosten, die zum Beispiel Umweltschäden und ausbeuterisches Wirtschaften erzeugen, gemindert werden können. Angesichts des Bedürfnisses, die eigenen Ausgaben gut kontrollieren zu können, ergibt sich hier für jeden Verbraucher allerdings ein Spannungsfeld: Er muss an dieser Stelle selbst entscheiden, wie viel er bereit ist zu leisten.

Stilfragen: Individualität und Kreativität

Ein Grund, warum es einen wahren Trend hin zu Secondhand und Trödel zu geben scheint, ist sicherlich auch darin zu finden, dass sich viele Menschen nach Möglichkeiten sehnen, ihre eigene Individualität zum Ausdruck zu bringen. Dieses gelingt in der Regel nur schwer, wenn man beispielsweise Kleidungsstücke kauft, die aus Massenproduktionen stammen, oder alle Freunde und Verwandte das gleiche Regal in ihrem Wohnzimmer stehen haben wie man selbst. Durch Mode, Einrichtung und anderes mehr können wir Zeichen setzen und unsere Persönlichkeit zum Ausdruck bringen. Ausgefallene Stücke, die nicht jeder hat, findet man im Secondhand-Shop, auf Trödel- und Flohmärkten häufig, ohne hierfür gleich Unsummen an Geld ausgeben zu müssen. Neidische Blicke sind hier garantiert. Viele dieser Fundstücke können nicht nur unsere Individualität besser unterstreichen als die derzeit in Geschäften angebotenen Standardprodukte, sie bieten uns auch noch Gelegenheit, selbst kreativ zu werden. Schränkchen, Kommoden, Tische und Co. können wir in Eigenarbeit liebevoll aufmöbeln, sie in unseren Lieblingsfarben lackieren oder durch Bastelarbeiten je nach Geschmack anderweitig verzieren. Alte Kleiderstücke, die uns zum Beispiel aufgrund ihres Stoffes beeindrucken, können umgenäht und so zu echten Designerstücken werden. Die Liste solcher Beispiele ließe sich nahezu unendlich fortsetzen – ein Umstand, der unterstreicht, dass Altes für neue Inspirationen sorgen kann.

Freude an der Schnäppchenjagd

Viele Menschen kaufen gerne ein: Sie sehen diese Handlung als Belohnung und genießen es, sich etwas leisten zu dürfen. Der Spaß am Einkaufen ist bei vielen Menschen allerdings dann am größten, wenn sie wirklich das eine oder andere Schnäppchen machen können. Teuer und wahllos kaufen kann schließlich jeder, die Freude am Schnäppchen resultiert aber gerade daraus, dass man Pfiffigkeit unter Beweis stellen konnte oder einfach nur einmal richtiges Glück hatte. Diese Freude an der Schnäppchenjagd ist es auch, die passionierte Flohmarktgänger veranlasst, schon früh morgens über Trödelmärkte zu streifen und das Besondere zu suchen. Die Schnäppchenjagd kann dabei zu einem echten Hobby werden. So macht es den meisten Schnäppchenjägern auch nur wenig aus, dass sie mitunter mehr Zeit in Flohmarktbesuche und Co. stecken, als sie aufwenden müssten, wenn sie gewünschte Waren einfach im normalen Handel kaufen würden. Die Schnäppchenjagd ist eben immer auch eine Suche nach dem Besonderen – und dieses gibt es eben nicht überall und nicht immer schnell zu finden.

 

Viel Spaß beim weiterlesen:

1. Einführung

2. Gründe für die Schnäppchenjagd

3. Auf der Jagd im Internet

4. Schnäppchenjagd vor Ort

5. Gute Schnäppchen erkennen

6. Aus eigenem Trödel Kapital schlagen

7. Deutschlands beste Trödel- und Flohmärkte

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